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Portrait Gavin O'Dowd, CEO Haypp Group

Was Gavin und sein Team antreibt

Für das Engagement des Teams nennt Gavin zwei wesentliche Gründe. An erster Stelle steht für ihn die Möglichkeit, einen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit und zum Wohlbefinden von Menschen zu leisten, die von Zigaretten auf Alternativen umsteigen.

„Wir sind inspiriert und motiviert durch den Einfluss, den wir auf die öffentliche Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen nehmen können – insbesondere, wenn wir beobachten, wie Verbraucher:innen von Zigaretten Abstand nehmen. Auch wenn wir die Produkte nicht selbst herstellen, trägt unsere gemeinsame Arbeit als Unternehmen dazu bei, dass mehr Rauchende schneller bessere Alternativen finden und nutzen. Das ist unser Antrieb.“

Der zweite Aspekt ist die Arbeit in einem schnell wachsenden Unternehmen. Wachstum bedeutet für Gavin auch, sich kontinuierlich auf Veränderungen und neue Herausforderungen einzustellen:

„Schnelles Wachstum bedeutet ständige Veränderung und neue Herausforderungen – sowohl persönlich als auch im Team. Wir begreifen das als Chance zu lernen, uns anzupassen und in einer Branche, in der Wandel zum Alltag gehört, wachsam zu bleiben.“

Chancen und Herausforderungen auf dem Markt

Gavin sieht weiterhin großes Potenzial für rauchfreie Alternativen. In Europa und Nordamerika gebe es rund 100 Millionen Raucher:innen. Dem stellt er die Reichweite der Haypp Group im Jahr 2024 gegenüber:

„2024 haben wir über eine Million Menschen erreicht – und damit gerade erst an der Oberfläche gekratzt. Die Chance, einen echten Unterschied zu machen, ist riesig, und wir stehen erst am Anfang.“

Eine der größten Herausforderungen sieht er darin, wissenschaftliche und regulatorische Erkenntnisse in politisches Handeln zu übersetzen:

„Die wissenschaftliche und regulatorische Community versteht die Wirkung dieser Produktkategorie – aber dieses Verständnis in aktives politisches Handeln umzuwandeln, ist eine große Herausforderung. Vor allem in einem Umfeld, in dem Desinformation weit verbreitet ist.“

Warum die Börsennotierung für die Haypp Group wichtig ist

Die Haypp Group ist börsennotiert. Für Gavin liegt ein wesentlicher Vorteil darin, dass das Unternehmen dadurch langfristig planen und verschiedene Wachstumsphasen durchlaufen kann.

„Wir haben den Vorteil, langfristig planen zu können – das bedeutet, wir sind nicht an kurzfristige Erwartungen einzelner Investorengruppen in bestimmten Entwicklungsphasen gebunden.“

Dass sich die Zusammensetzung der Investor:innen im Laufe der Unternehmensentwicklung verändert, betrachtet er als natürlichen Prozess:

„Wenn Unternehmen wachsen, ziehen sie in verschiedenen Phasen unterschiedliche Investorentypen an – das gilt für Haypp genauso wie für Google oder Amazon. Das ist ein natürlicher Teil jeder Unternehmensreise – unabhängig von der Branche.“

Bei privaten Unternehmen könne die nächste Wachstumsphase schwieriger werden, wenn Investor:innen die weitere Skalierung nicht mittragen:

„Wir sehen viele private Unternehmen in unserer Branche, die an eine Grenze stoßen. Investoren fühlen sich mit der Skalierung unwohl und drängen eher auf einen Exit als auf nachhaltiges Wachstum. Dieses Muster ist weit verbreitet.“

Die Börse schafft aus seiner Sicht einen Mechanismus, mit dem sich dieser Übergang leichter gestalten lässt:

„Für jeden Investor, der sich mit unserer Skalierung nicht mehr wohlfühlt oder zufrieden mit der bisherigen Reise ist, aber den nächsten Schritt nicht mitgehen möchte, bietet die Börse eine natürliche Lösung. Der Prozess ist einfach – sie verkaufen ihre Anteile, und neue Investoren mit unserer Zukunftsvision treten an ihre Stelle. Genau deshalb haben wir uns für den Börsengang entschieden – um den Übergang von einer Wachstumsphase zur nächsten zu ermöglichen.“

Verantwortung in der Nikotinbranche

Verantwortung beginnt für Gavin beim Jugendschutz. Die Haypp Group setzt eigene Standards, um Minderjährige vor dem Zugang zu Nikotinprodukten zu schützen.

„Wir setzen hohe Standards, um eine Exposition von Minderjährigen zu verhindern und Produkte von ihnen fernzuhalten. In unserem Heimatmarkt Schweden haben wir beispielsweise einen Nullanteil minderjähriger Nikotinkonsument:innen – ein klarer Beweis für die Wirksamkeit unserer Präventionsmaßnahmen.“

Diese Haltung beschränkt sich laut Gavin nicht auf einzelne Länder:

„Unser internes Engagement und unser Einsatz für strengere gesetzliche Vorgaben gelten überall, wo wir aktiv sind.“

Ein zweiter Schwerpunkt sind Produktstandards. Bereits 2019 führte Haypp eigene Vorgaben für Produkte ein:

„Schon 2019 hat Haypp eigene Standards eingeführt – wir haben nicht nur maximale Nikotinwerte festgelegt, sondern auch pH-Tests eingeführt, um Konsistenz und Qualität zu sichern und unsere Konsumenten zu schützen.“

Auch die Art, wie Produkte und Geschmacksrichtungen präsentiert werden, gehört für Gavin zu einem verantwortungsvollen Markt:

„Wir verkaufen keine Produkte über Geschmacksbeschreibungen, die junge Menschen besonders ansprechen. Erwachsene mögen zwar ebenfalls Frucht-, Beeren- oder Cola-Aromen – viele Raucher:innen suchen gezielt nach fruchtigen Geschmacksrichtungen, die sich von Tabak unterscheiden. Aber wenn Geschmacksrichtungen auf eine jugendliche Art beschrieben werden, ist klar, wen man ansprechen will – und davon distanzieren wir uns ausdrücklich. Wir setzen uns aktiv dafür ein, diese Praktiken zu bekämpfen.“

Darüber hinaus sieht Gavin die Haypp Group und ihre Marken als Stimme ihrer Kund:innen bei regulatorischen Diskussionen:

„Wir vertreten unsere Kund:innen, wenn Regulierungsvorschläge zu weit gehen – etwa beim Versuch, alle Aromen zu verbieten, sogar Minze.“

Durch den direkten Kontakt zu einer großen Zahl von Konsument:innen könne die Gruppe deren Perspektiven in politische Debatten einbringen:

„Es fällt uns leichter, ihre Perspektive zu unterstreichen und an politische Entscheidungsträger:innen weiterzugeben. In vielen Fällen initiieren wir nicht nur Petitionen, sondern stellen auch sicher, dass diese Stimmen bei Gesetzgebern und Politiker:innen ankommen.“

Wie sich Geschmacksrichtungen und Produkte weiterentwickeln

Die Entwicklung der vergangenen Jahre beschreibt Gavin als bemerkenswert. Während zu Beginn vor allem einfache Geschmacksrichtungen wie Minze, Apfel oder Kaffee verbreitet waren, kamen später sogenannte Fusionsaromen hinzu.

„Dabei wurden zwei ähnliche Geschmäcker kombiniert – etwa Minze und Apfel.“

Seit etwa anderthalb Jahren beobachtet Gavin zunehmend komplexere Geschmackskombinationen:

„Darin werden Komponenten aus gegensätzlichen Geschmacksrichtungen zusammengefügt. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten, Aromen zu kombinieren – daher werden wir künftig vermutlich weniger neue Geschmacksrichtungen sehen.“

Mehr Innovationspotenzial erwartet er dagegen bei der Nikotinfreisetzung und beim Mundgefühl:

„Zum einen bei der Freisetzung des Nikotins, zum anderen beim Mundgefühl. Es gab bereits große Fortschritte – weichere, kleinere und schmalere Produkte sowie pH-Werte, die besser auf verschiedene Konsument:innen abgestimmt sind.“

Bei der Nikotinaufnahme sieht Gavin weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders beim Umstieg von Zigaretten könne die unterschiedliche Geschwindigkeit der Nikotinfreisetzung eine Rolle spielen:

„Hier liegt noch ein langer Weg vor uns. Wenn man mit Rauchenden spricht, die auf unsere Produkte umsteigen wollen, es aber nicht schaffen, liegt das häufig daran, dass Zigaretten das Nikotin viel schneller freisetzen. Das erschwert es ihnen, das Verlangen zu stillen.“

Was Gavin an seiner Arbeit besonders schätzt

Am Ende sind es für Gavin zwei Dinge, die seine Arbeit besonders machen. Das erste ist der Sinn, den er in seiner Tätigkeit sieht:

„Erstens, jeden Morgen mit dem Wissen aufzuwachen, dass man mit seiner Arbeit die Welt ein Stück besser machen kann.“

Ebenso wichtig ist für ihn das Team:

„Das Privileg, mit einem großartigen Team zu arbeiten. In schwierigen Zeiten – wenn harte Entscheidungen getroffen werden müssen – zeigt das Team seine wahre Stärke, und wir stehen gemeinsam hinter unserem Ziel. Das sind wohl die zwei wichtigsten Punkte für mich.“

Autorin Bianca Thumfarth
Bianca Thumfarth

Content Managerin

Bianca Thumfarth ist Content Managerin bei Northerner. Mit langjähriger Marketing-Erfahrung erstellt sie verständliche Inhalte zu rauchfreien Alternativen, Produkten und Marken und arbeitet eng mit PR zusammen.