Alles über Snus

Alles über Snus

Einleitung - die Geschichte des Snus

Snus ist eine Tabakmischung, die man sich unter die Oberlippe legt, worauf durch den Speichel das Nikotin freigesetzt und über die Schleimhäute in den Körper aufgenommen wird. Der heutige Feuchtsnus besteht aus fein gemahlenem Tabak, der mit Kochsalzlösung und Natriumcarbonat behandelt und dann entweder fermentiert oder in Wärmeprozessen pasteurisiert wird. Anschließend werden Aromen und Geschmacksstoffe zugesetzt. Es gibt daneben sowohl tabak- als auch nikotinfreie Snusvarianten in einer Vielzahl von verschiedenen Formaten, Stärken und Geschmacksrichtungen.

Obwohl Snus vor allem in Schweden verbreitet ist, wird er auch in vielen anderen Ländern hergestellt. Norwegen, die USA, Russland, Dänemark und Finnland sind einige von ihnen. In weiten Teilen Asiens ist Oraltabak ähnlicher Art ebenfalls beliebt. Die Zahl der Anwender liegt bei Hunderten von Millionen. In Schweden wird Snus derzeit von über 1 Million Menschen verwendet. Der durchschnittliche schwedische Snuser konsumiert etwa 4 Dosen pro Woche.

1. Abschnitt: Die Geschichte des Snus

Die lange und verworrene Geschichte des Snus reicht von 2.000 Jahren v. Chr. bis in die Gegenwart. Eine 4.000-jährige Snusreise, die in Mittelamerika beginnt.

Geschichte des Tabaks in der Alten Welt

Die Menschen konsumieren Tabak schon lange, lange vor unserer Zeitrechnung. In Peru und Mittelamerika wurden Spuren von Tabakanpflanzungen gefunden, die vermutlich 8000 Jahre alt sind. Es wurde um das Jahr 2000 v. Chr. begonnen, Tabak in Pfeifen zu rauchen. Vor allem Indianer betrieben das Pfeiferauchen als Friedenszeichen und bei religiösen Zeremonien.

Die ersten Europäer kamen erst 1492 mit Tabak in Berührung, als Christoph Kolumbus auf den Bahamas an Land ging. Hier traf er auf Arawak-Indianer, die getrockneten und fein geschnittenen Tabak rauchten, der in Maisblätter oder zum Beispiel Mais- oder Zuckerrohrhalme eingewickelt war.Die ersten Europäer kamen erst 1492 mit Tabak in Berührung, als Christoph Kolumbus auf den Bahamas an Land ging. Hier traf er auf Arawak-Indianer, die getrockneten und fein geschnittenen Tabak rauchten, der in Maisblätter oder zum Beispiel Mais- oder Zuckerrohrhalme eingewickelt war.

Kolumbus und seine Besatzung erhielten Tabak als Geschenk mit auf die Heimreise. Allerdings wusste niemand etwas mit den Tabakblättern anzufangen und man warf sie über Bord.

Der Weg des Tabaks nach Europa

In den 1560er Jahren gelangte der Tabak schließlich nach Europa. Kolumbus' Nachfolger heimsten bei ihren Reisen zum neu entdeckten Kontinent eine Fülle von Waren ein und brachten sie mit nach Hause, unter anderem Tabak.

Einer der ersten Tabakanbauer in Europa war der französische Botschafter Jean Nicot. Damals galt Tabak als Heilpflanze, und als die französische Königin Katharina von Medici an Migräne litt, ließ Nicot sie dagegen Tabak schnupfen. Das Tabakschnupfen kam am französischen Hof schnell in Mode. Und diese Mode breitete sich auch auf andere Höfe und später auf den Rest der Bevölkerung aus. Da Nicot so stark mit Tabak in Verbindung gebracht wurde, wurde die Pflanze nach ihm benannt und erhielt den wissenschaftlichen Namen Nicotiana.

Berühmte Tabakschnupfer in der Geschichte:

Papst Benedikt XIII.

Napoleon

Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, Königin von Großbritannien

Ankunft des Tabaks in Schweden

Tabak erreichte Schweden im Jahre 1601 und wurde schnell zu einem wichtigen Importgut mit hohen Zöllen und Steuern. Schweden war auch eines der ersten Länder, das ein Tabakmonopol einführte. 1641 erlangte Söderkompaniet das Monopol auf die Einfuhr von Tabakblättern und Tabakerzeugnissen.

Um die Importe zu reduzieren, ging man mehr und mehr zum einheimischen Anbau über. Besonderen Aufschwung erfuhr der Tabakanbau 1721 nach dem Aufruf des Königs an alle Städte, Land für den Tabakanbau bereitzustellen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war die Tabakindustrie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Schweden.

1915 wurde der schwedische Tabak verstaatlicht und ein neues Tabakmonopol mit dem Alleinrecht für Verkauf und Erzeugung gegründet. Das Einfuhr- und Verkaufsmonopol wurde jedoch 1961 abgeschafft, das Herstellungsmonopol 1967.

2. Abschnitt: Tabak anbauen und Snus machen in Schweden 

Viele Menschen wissen nicht, dass Tabakanbau in Schweden möglich ist und auch nicht, dass dies seit über 100 Jahren nicht mehr geschieht. Mit dem richtigen Zubehör kann man Tabak sogar zu Hause im eigenen Garten kultivieren.

Wo wird Tabak angebaut?

Die Tabakpflanze ist eine langlebige Pflanze, die sich an Klima und Boden anpasst, wodurch sie sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Gebieten gedeiht. Heute wird Tabak in über 130 Ländern angebaut. Der größte Teil wird in Asien angebaut, das 2012 für 68 % der weltweiten Tabakproduktion stand. In Schweden wurde der kommerzielle Tabakanbau in den 1960er Jahren aus Rentabilitätsproblemen eingestellt, Anfang der 2000er Jahre jedoch wieder aufgenommen. Zu dieser Zeit begann Anders Olsson im schonisches Fjälkinge mit der Zucht und verkaufte die Pflanzen dann an Fiedler & Lundgren. Diese verwenden seit 2015 Tabak aus schwedischem Anbau für ihren Snus.

Wie wird Tabak angebaut?

1. Alles beginnt mit einem Samen.

Die Tabakpflanze ist eine krautige Pflanze mit großen klebrigen Blättern und weißen, rosa oder gelben Blüten. Aus einem nur drei Gramm schweren Samenkorn lassen sich bis zu drei Tonnen Tabak (vor dem Trocknen) gewinnen. Der Anbau beginnt mit dem Aussäen des Samens in ein Saatbett, wo es gewässert und sorgfältig gepflegt wird.

2. Nach dem Aufgehen

Wenn die Tabakpflanze etwa zehn Zentimeter hoch geworden ist, wird sie in den Boden gepflanzt. In dieser Phase kommt sie ganz gut selbst zurecht, aber sie ist durstig und braucht viel Wasser, um zu wachsen. Während dieser Zeit nimmt man auch sogenanntes Köpfen und Ausgeizen vor. Dabei werden unerwünschte Triebe von der Pflanze entfernt, damit die Blätter bestmöglich Nahrung erhalten.

3. Zeit für die Ernte

Nach etwa drei Monaten ist die Tabakpflanze ausgewachsen. Sie ist nun ein bis drei Meter hoch mit etwa 20 bis 30 Blättern und kann geerntet werden. Die Tabakpflanze reift von unten nach oben, was bedeutet, dass die Blätter auch in dieser Reihenfolge, immer einige Blätter auf einmal, geerntet werden – die Technik ist ganz einfach.

Tausende verschiedener Tabaksorten

Es gibt eine Vielzahl von Tabaksorten, für verschiedene Verwendungen und mit unterschiedlichen Eigenschaften. Die häufigsten in Snus und Zigaretten verarbeiteten Sorten sind Bauerntabak (Nicotiana Rustica) und Virginia (Nicotiana Tabacum). Innerhalb dieser Gruppen gibt es dann viele verschiedene Varianten. Bei Snus und Zigaretten ist es üblich, verschiedene Tabaksorten aus verschiedenen Ländern zu mischen, die zusammen ihren einzigartigen Geschmack erzeugen.

Vom Tabakblatt bis zur Snusdose

1. Ernte und Trocknung

Wenn die Tabakpflanze ausgewachsen ist, werden die Blätter gepflückt. Danach ist es Zeit zum Trocknen und während dieses Prozesses sinkt der Feuchtigkeitsgehalt der Blätter von etwa 80 auf 20 Prozent. Beim Trocknen gibt es mehrere Möglichkeiten:

Lufttrocknung: Der Tabak wird in einer offenen, gut belüfteten Scheune unter der Decke hängend getrocknet. Der Prozess dauert ca. 4-6 Wochen. Die Blätter wechseln ihre Farbe von Grün zu Goldbraun. Der Tabak hat einen niedrigen Zuckergehalt, was ihm einen weichen, etwas süßlichen Geschmack verleiht. Etwa 1/5 der weltweiten Tabakproduktion ist luftgetrocknet.

Sonnentrocknung: dauert ca. 25-30 Tage. Ähnlich wie bei der Lufttrocknung, aber die Tabakblätter hängen im Freien in der Sonne statt in einer Scheune. Der Tabak hat oft einen etwas höheren Zuckergehalt als luftgetrockneter Tabak und eine etwas hellere Farbe. Tabak in trockenen und warmen Umgebungen zu trocknen, ist eine übliche Methode.

Rauchtrocknung: Eine schlechtere Alternative. Die Tabakblätter werden durch Rauch getrocknet, was die Chemie des Tabaks zum Schlechteren verändert, da der Rauch bestimmte unerwünschte Substanzen enthält. Die Tabakblätter erhalten eine dunkelbraune Farbe, der Zuckergehalt ist niedrig und der Nikotingehalt hoch.

2. Zerkleinerung

Nach dem Trocknen ist es an der Zeit, die Tabakblätter fein zu zerkleinern. Dies kann je nach den gewünschten Eigenschaften auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. In der Snusproduktion werden sie zumeist vermahlen.

3. Zubereitung Der Tabak wird gewogen und unter Rühren mit Wasser und Salz vermischt. Er wird dann erhitzt, um Mikroorganismen unschädlich zu machen und dem Snus eine bessere Haltbarkeit, Aroma und Geschmack zu verleihen. Danach wird er wieder abgekühlt und die anderen Zutaten werden hinzugefügt, die je nach Snus unterschiedlich sind.

4. Verpackung Wenn der Snus fertig ist, ist es Zeit, ihn in die Dosen zu packen. Der lose Snus wird direkt in die Dose gefüllt, während der Portionssnus einen komplizierteren Prozess durchläuft, bei dem er zuerst in Portionsbeutel aus Zellulosefasern gefüllt und dann in der Dose verpackt wird. Die gefüllten Dosen werden geprüft, etikettiert und gestapelt in Plastikfolie eingeschweißt und in Kartons verpackt.

 



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