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Vapes, Nikotinbeutel und Zigaretten

Auf einen Blick

  • Nikotinbeutel-Nutzer:innen fühlen sich am ehesten über Risiken von Nikotinprodukten informiert (77%), während Personen, die keine Nikotinprodukte verwenden am wenigsten informiert sind (51%).
  • Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden, berichten über das geringste Engagement Informationen zu finden, wobei 27% sagen, dass sie aktiv keine Informationen über Nikotinprodukte suchen.
  • Zigarettenraucher:innen zeigen Anzeichen von Verwirrung bezüglich relativer Risiken, einschließlich Skepsis gegenüber Alternativen wie  Vaping und E-Zigaretten.
  • Nikotinbeutel-Nutzer:innen scheinen die aktivsten Informationssuchenden zu sein, insbesondere über medizinische Websites und öffentliche Gesundheitsbehörden.
  • Die Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit einer klareren, zielgerichteteren Kommunikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit für verschiedene Zielgruppen hin.

Worum geht es in der Umfrage?

Die folgenden Ergebnisse stammen aus einer Umfrage unter 2.001 Erwachsenen in Deutschland. Für die Auswertung werden die Ergebnisse nach Nutzerkategorien dargestellt: Zigarettenraucher:innen, Vaper beziehungsweise E-Zigaretten-Nutzer:innen, Nikotinbeutel-Nutzer:innen und Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden. Der Schwerpunkt liegt darauf, wie sich Informationsstand, Informationsquellen und Vertrauen zwischen diesen Kategorien unterscheiden.

Die Umfrage wurde im Februar 2026 durchgeführt und ist Teil des „Nicotine Product Harm Perception Report 2026“.

Lese auch: Teil 1 dieser Serie zeigt, wie Deutsche die Risiken von Nikotin, Rauchen, E-Zigaretten und Nikotinbeuteln einschätzen.

Was die Ergebnisse zeigen

Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen die Unterschiede zwischen den Nutzerkategorien. Die Umfrage zeigt, dass sich Zigarettenraucher:innen, Vaper, Nikotinbeutel-Nutzer:innen und Personen, die keine Nikotinprodukte verwendennicht nur darin unterscheiden, wie informiert sie sich fühlen, sondern auch darin, wo sie Informationen suchen und wie sie nikotinbezogene Risiken einschätzen.

  • 77% der Nikotinbeutel-Nutzer:innen fühlen sich informiert
  • 75% der Vaper fühlen sich informiert
  • 73% der Zigarettenraucher:innen fühlen sich informiert
  • Nur 51% der Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden fühlen sich informiert

Umgekehrt sagen 19% der Personen, die keine Nikotinprodukte verwenden,, dass sie sich nicht informiert fühlen – fast doppelt so viel wie Zigarettenraucher:innen (7%) und deutlich mehr als Nikotinbeutel-Nutzer:innen (5%). 

Das Paradox: Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden sind am wenigsten informiert, haben aber oft die stärksten Ansichten – und die höchsten Raten an Missverständnissen. Das ist wichtig, denn diese Ansichten können die öffentliche Debatte und Politik beeinflussen.

„Diese Umfrage macht deutlich, dass Information allein nicht reicht. Entscheidend ist, ob Menschen die Unterschiede zwischen Nikotin, Tabakrauch und rauchfreien Alternativen verstehen. Gerade dort, wo sich Menschen schlecht informiert fühlen oder Informationen vermeiden, brauchen wir verständliche und evidenzbasierte Aufklärung.“ – Markus Lindblad, Head of Legal & External Affairs bei Haypp

Die wichtigsten Informationsquellen zu Nikotin

Wo Menschen Informationen suchen, hilft zu erklären, warum Wissen und Fehleinschätzungen so unterschiedlich verteilt sind.

Quelle Zigarettenraucher:innen Nikotinbeutel-Nutzer:innen Vaper Verwenden keine Nikotinprodukte
Nachrichtenmedien 36% 28% 35% 42%
Freunde und Familie 33% 28% 36% 23%
Medizinische Websites 30% 54% 34% 29%
Öffentliche Gesundheitsbehörden 33% 38% 29% 26%
Expert:innen in sozialen Medien 16% 31% 26% 14%
Suchen keine Informationen 15% 0% 7% 27%

Nikotinbeutel-Nutzer:innen stechen als die aktivsten Informationssuchenden hervor. Sie konsultieren am ehesten medizinische Websites (54%) und Expert:innen in sozialen Medien (31%), und keiner von ihnen berichtet, Informationen ganz zu vermeiden (0%). 

Im extremen Gegensatz dazu suchen 27% der Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden keine Informationen aktiv über Nikotinprodukte, dennoch hat diese Gruppe die stärksten Ansichten und die höchsten Raten an Missverständnissen.

Gruppenprofile: Wie sich Nutzer und Nichtnutzer unterscheiden

Merkmal Zigarettenraucher:innen Nikotinbeutel-Nutzer:innen Vaper Verwenden keine Nikotinprodukte
Sicht auf Rauchen Defensiv Am positivsten Neutral Stark negativ
Sicht auf Alternativen Skeptisch gegenüber Vaping Sehen Beutel als sicherer Sehen Vaping als sicherer Skeptisch gegenüber allen
Fehlinformationsgrad Hoch Am niedrigsten Moderat Am höchsten
Informationsengagement Moderat Am höchsten Hoch Am niedrigsten
Fühlen sich informiert 73% 77% 75% 51%
Vermeiden Informationssuche 15% 0% 7% 27%

Die Wissens-Vertrauens-Lücke

Ein auffälliges Ergebnis zeigt sich beim Vergleich von selbstberichtetem Wissen mit tatsächlichen Missverständnissen:

67% aller Deutschen sagen, sie fühlen sich über die Risiken von Nikotinprodukten informiert

Doch 73,5% glauben fälschlicherweise, dass Nikotin Krebs verursacht

Und nur 26,5% verstehen korrekt, dass Nikotin nicht direkt Krebs verursacht

Diese Lücke zwischen Selbstvertrauen und Genauigkeit legt nahe, dass die Botschaften der öffentlichen Gesundheit nicht nur zugänglicher, sondern auch genauer und spezifischer darüber sein müssen, was beim Rauchen Schaden verursacht im Vergleich zu dem, was Nikotin bewirkt.

Was bedeutet das für die öffentliche Debatte?

Unsere Ergebnisse heben eine erhebliche Herausforderung in der Kommunikation der öffentlichen Gesundheit hervor. Die Gruppen, die am meisten genaue Informationen benötigen – also Personen, die keine Nikotinprodukte verwenden, die politische Diskussionen beeinflussen können, und Zigarettenraucher:innen, die vom Wechsel profitieren könnten – sind oft am meisten fehlinformiert.

Drei Kommunikationsprioritäten stechen hervor:

  1. Verwirrung der Raucher:innen bezüglich relativer Risiken ansprechen. Zigarettenraucher:innen berichten nur moderates Informationsengagement und zeigen Skepsis gegenüber Alternativen wie Vaping und E-Zigaretten, was auf einen Bedarf an klarer, praktischer Kommunikation hindeutet.
  2. Besser informierte politische Diskussionen unterstützen. Menschen, die keine Nikotinprodukte verwenden, fühlen sich am wenigsten wahrscheinlich informiert und vermeiden am ehesten die Informationssuche, dennoch können ihre Ansichten die öffentliche Debatte und politische Einstellungen beeinflussen. Politische Entscheidungsträger sollten Zugang zu klaren Beweisen haben, wie Wahrnehmungen sich zwischen Gruppen unterscheiden.
  3. Vertrauenswürdige und aktive Informationskanäle nutzen. Nikotinbeutel-Nutzer:innen sind die engagiertesten Informationssuchenden, insbesondere über medizinische Websites und Expert:innen in sozialen Medien – Kanäle, die helfen könnten, genaue Informationen für alle Gruppen zugänglicher zu machen.

Fazit: Information entscheidet mit über Risikowahrnehmung

Die Nikotindebatte in Deutschland wird nicht nur dadurch geprägt, was Menschen über Risiken glauben, sondern auch woher sie ihre Informationen beziehen – und ob sie sie überhaupt suchen.

Diese Umfrageergebnisse zeigen eine klare Kluft: Nikotinbeutel-Nutzer:innen und Vaper fühlen sich eher informiert und engagieren sich um Gesundheitsinformationen, während Personen, die keine Nikotinprodukte verwenden am wenigsten wahrscheinlich Informationen suchen, obwohl sie starke Meinungen vertreten.

Für politische Entscheidungsträger:innen ist die Botschaft klar: Die öffentliche Debatte sollte auf Beweisen basieren, die widerspiegeln, wie sich Wahrnehmungen zwischen Gruppen unterscheiden.

Methodik und Quelle

Die Umfrage wurde im Februar 2026 unter 2.001 Erwachsenen in Deutschland durchgeführt. Für die Analyse werden die Ergebnisse nach vier Nutzerkategorien dargestellt: Zigarettenraucher:innen, Vaper beziehungsweise E-Zigaretten-Nutzer:innen, Nikotinbeutel-Nutzer:innen und Personen, die keine Nikotinprodukte verwenden.

Hier findest du den vollständigen „Nicotine Product Harm Perception Report 2026“.

FAQ: Häufige Fragen zu Nikotin und Risikowahrnehmung

Verursacht Nikotin Krebs?

Nein, Nikotin selbst gilt nicht als direkte Ursache von Krebs. Die größten Gesundheitsrisiken beim Rauchen entstehen durch die Verbrennung von Tabak und die Schadstoffe im Rauch.

Ist Vaping genauso schädlich wie Rauchen?

Das DKFZ ordnet E-Zigaretten im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten als weniger schädlich ein, betont aber zugleich, dass sie nicht harmlos sind.

Warum überschätzen viele Menschen die Risiken von Nikotin?

Viele Menschen setzen Nikotin mit den Schäden des Rauchens gleich. Dadurch werden Nikotin, Tabakrauch und Verbrennungsschadstoffe häufig verwechselt.

Warum sind Informationen über relative Risiken wichtig?

Wenn Erwachsene die Unterschiede zwischen Rauchen, Vaping, Nikotinbeuteln und Nikotin selbst besser verstehen, kann die öffentliche Debatte sachlicher geführt werden.

Wie viele Deutsche nutzen E-Zigaretten?

Laut DEBRA nutzen 4% der Deutschen E-Zigaretten. DEBRA steht für „Deutsche Befragung zum Rauchverhalten“ und ist eine wiederholte repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Tabak- und Nikotinkonsum in Deutschland.

Was ist die DEBRA-Studie?

DEBRA ist die „Deutsche Befragung zum Rauchverhalten“. Die Studie untersucht wiederholt und repräsentativ den Tabak- und Nikotinkonsum in Deutschland.

Wie unterscheiden sich Raucher:innen, Vaper und Nikotinbeutel-Nutzer:innen?

Die Umfrage zeigt, dass sich die Gruppen deutlich in ihrer Risikowahrnehmung, ihrem Informationsverhalten und ihrem Vertrauen in verschiedene Informationsquellen unterscheiden.

Autorin - Lisa Hottes, Porträt
Lisa Hottes

PR-Managerin

Lisa Hottes ist PR-Managerin DACH bei der Haypp Group. Sie begleitet regulatorische Entwicklungen, Markttrends und politische Themen und arbeitet mit Medien in Deutschland und der Schweiz zusammen.