Priem – historisches Epos von der Tabakpflanze zum Portionssnus

Snus ist seit ein paar hundert Jahren Teil der schwedischen Kulturtradition. Es gibt viele Möglichkeiten zu „snusen“ und viele Wörter, die den Snustabak oder “Priem” beschreiben. Hier schauen wir uns den lieben Priem genauer an – was er in Schweden und in der Welt heißt und wie groß oder klein eine Portion sein kann.

 

Am Anfang war der Kautabak

Die Seefahrer hatte bei ihren Entdeckungsreisen nicht nur die Tabakpflanze mit nach Europa gebracht. Sie bemerkten auch, dass die Einwohner die Tabakblätter mit Muschelkalk vermischten und kauten. Daraus entstand der Kautabak.
Kautabak wurde insbesondere von Matrosen geliebt. Es gab immer eine große Angst vor Feuer auf Schiffen, die ja aus Holz gebaut waren, daher gab es natürlich allgemeines Rauchverbot.

Grundsätzlicher Unterschied zwischen schwedischem Snus und Kautabak in „Chewing Bags“ ist die unterschiedliche Verarbeitung. Beim Snus wird der Tabak körnig gemahlen und bei Kautabak in Chewing Bags wird dieser geschnitten (in mindestens 0,5mm lange Stücke). Beide Produkte werden anschließend in Faservliesstoffe verpackt. Kautabak in Chewing Bags hat normalerweise eine niedrigere Feuchtigkeit, diese wird benötigt, um den geschnittenen Tabak besser verarbeiten zu können. Snus hat durch seine körnig gemahlene Form mehr Geschmack.

Das deutsche Wort Priem kommt vom niederländischen pruim – Pflaume, wegen der Ähnlichkeit eines selbstgerollten Kügelchens mit einer Backpflaume.

Andere deutsche Wörter:
Knaster, Kraut, Petum, Swatten, Krüllschnitt (Pfeifentabak)
Es ist uns nicht gelungen, das erste historische Vorkommen des schwedischen Wortes “Prilla” (Priem) zu lokalisieren, aber wir wissen so viel, dass die Praxis, einen Snus unter die Oberlippe zu stecken, aus den Jahren um die Jahrhundertwende 1700-1800 stammt.
In Schweden, eine Portion oder ein Beutelchen Snus (Priem) hat verschiedene Namen.
„Snus“ (häufigstes Wort)
„Jävel” – bedeutet wörtlich übersetzt Teufel und wird auch oft im Zusammenhang mit einem Glas Schnaps benutzt (auf dem Vormarsch)
„Pris“ – kommt vom französischen “prise”, das mit “Nehmen” oder “Greifen” zu tun hat. Man griff einfach in die Snusdose (klassisches Konzept).
Paj – ist ein Tortelett oder Pie und weist auf die selbstgerollten Kügelchen hin
Preser (weiter nördlich)
Bulebäs (nur loser Snus)
Blöja – Windel (speziell über Portionssnus)
Mullbänk – ein Wort für Hausunterbau (etwas älter) weil sich Arbeiter früher einen Snus unter die Lippe schoben um Energie für die harte Arbeit eines Hausbaus zu bekommen
Im Allgemeinen wird in Schweden angenommen, dass das Wort “Snus” von einem deutschen Wort für Nase stammt: “Schnauze”. Und es war ja durch die Nase, dass man den Snus eingenommen hatte.

Heute wird das schwedische Wort “Snus” auch direkt in der englischen Sprache verwendet, um damit zwischen losen Snus (“moist snuff”) und Portionssnus (“Snus”) zu unterscheiden, was in Verbindung mit dem Eintritt des Portionssnus in den amerikanischen Markt als gesunde Alternative zum Rauchen anfing.
Eine andere interessante amerikanische Verbindung ist der Spucktabak des amerikanischen Südens (Dipper, Spucktabak), eine riesige Priem, die Sie unter der Unterlippe verstecken. Dieser Tabak ist weicher als schwedischer loser Snus und rinnt viel. Dies ist der Grund für die klassische Verspottung, die man oft in alten Westernfilmen sieht (einige Beispiele).

 

Die Größe eines Priems – so unterschiedlich wie der Snus

Wie groß ist ein Priem? Sehr unterschiedlich ist wohl die richtigste Antwort. Wenn Sie eine Dose Snus kaufen, wiegt eine Snusportion normalerweise 1 Gramm. Es gibt auch Portionssnus mit Bezeichnungen wie Slim, Super Slim und Mini. Hier haben Sie Portionen so klein wie 0,5 Gramm oder sogar 0,3 Gramm. Da sind wir am unteren Ende der Skala für die Größe des Priems. Hier geht es nicht um irgendwelche Knaster oder Swatten, sondern um kleine und hübsche Salonwindeln.

Am anderen Ende finden wir echte, selbstgerollte Kugeln mit losem Snus. Hier ist die Größe des Priems naturgemäß schwieriger zu bewerten. Es gibt einfach keine zentrale Behörde, die festlegt, wie viel Snus Sie in der Portion zu sich nehmen sollten (ein klarer Mangel in der Gesellschaft), so um das zu erforschen, müssen wir unsere Zeit in den nördlichen Wäldern oder auf den schmutzigen Industrieböden verbringen (die heute leider sauber und frisch sind) und die Leute bitten, ihre Kugeln abzuwägen – und viel Glück damit.

In diesem speziellen Bereich wird nicht viel geforscht, aber mit Hilfe von Daten aus verschiedenen Bereichen darüber, wie viele Kügelchen Menschen normalerweise aus einer Dose Snus bekommen, erhalten wir Portionen mit einem Gewicht von etwa 2 bis 4 Gramm – zwischen Daumen und Zeigefinger ( alter schwedischer Snuswitz). Wir sprechen hier also von ganz anderen Dimensionen als beim Portionssnus, und die bunte Flora der muffigen Synonyme für Priem scheint gerechtfertigt.

Abschließend ist Snus ein Teil der schwedischen Kultur und ein Teil der schwedischen Sprache. Lassen Sie uns mit den Worten vom Dramatenchef, (Dramaten ist ein in Schweden sehr berühmtes Theaterhaus), dem Norweger Eirik Stubøs, schließen: “Das schönste Wort in Schweden ist natürlich: Snus”.

Kautabak finden Sie hier!

Chewing Bags gibt es hier!